Die weiße Tüte - das Symbol der Corona-Vesperkirche 2021

Sie wurde zum Symbol einer von Corona geprägten Vesperkirche. 5.500 Exemplare der weißen Tüte mit dem Vesperkirchenlogo sind vom 2. bis 11. März mit diversen vesperkirchentypischen Dingen gefüllt worden. Vesperkirchenzeit war auch in diesem Pandemiejahr hohe Zeit.

Sie wurde zum Symbol einer von Corona geprägten Vesperkirche. 5.500 Exemplare der weißen Tüte mit dem Vesperkirchenlogo sind 10 Tage lang mit vesperkirchentypischen Dingen gefüllt worden. Vor allem um die Mittagszeit waren sie in Calw allerorten zu sehen. Viele freuten sich über das Klingeln an der Haustür, das freundliche Gesicht der Überbringer, den „Schwatz“ im Treppenhaus, der so wichtig ist in Coronazeiten. Und sie genossen den Inhalt der weißen Tüte – Seelenspeise und Leibspeise.

Eine große Bewegung
Die Tüte wurde zum Symbol von zehn wichtigen Tagen in diesem Pandemiejahr. Die weiße Tüte mit dem Logo der Vesperkirche erzählt von einer großen Bewegung. Menschen setzen sich in Bewegung, um sich gegenseitig etwas Gutes zu tun. Es waren Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Gesellschaftsschichten sowohl unter den Besuchenden als auch unter den Besuchten. Über 120 Vesperkirchenbotinnen- und boten waren in Bewegung, um Speise für Leib und Seele unter die Leute zu bringen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichem religiösen Hintergrund. Vesperkirche ist multireligiös und ökumenisch.

Liebesbrief eines solidarischen Gottes
Viele von ihnen sahen sich von ihrem Gott gesandt – als Liebesbrief eines solidarischen Gottes an Menschen, die es schwer haben im Leben. Das Zeichen dieses solidarischen Gottes ist für Christen das Kreuz Jesu: Zeichen eines Gottes, der sich hingibt, um das Menschenschicksal zu erleiden – bis hin zum Tod. Die gegenwärtige Passionszeit erzählt davon.

Ihr seid ein Brief Christi
Beim Aussendungsgottesdienst wurde den Vesperkirchenmenschen zugesprochen: „Ihr seid ein Brief Gottes!“ Manche von ihnen erzählen vom Erleben der auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich bei ihren Touren. Dieses Auseinanderklaffen zeichenhaft für zehn Tage sichtbar zu machen und zu bekämpfen war mit ein Beweggrund, diese Vesperkirche auch unter Coronabedingungen durchzuführen. Die Tüte ist Symbol dafür. Viele von ihnen erzählen auch von so riesengroßer Armut, das Menschen teilnahmslos und apathisch werden. Dann wieder war da überschäumende Dankbarkeit. Die möchte ich gerne weitergeben:

Wir danken!
Wir danken den Frauen und Männern, die sich von einem guten Geist bewegen ließen. Firmen und Privatpersonen haben durch ihre finanzielle Unterstützung die Vesperkirche ermöglicht. Die Hauswirtschaft der Erlacher Höhe, der es gelang, aus Nehmenden Gebende zu machen. Ilse Blum, die mit ihrem Team viel Zeit und Herzblut einbrachte und erst dann aus der Packstraße im Haus der Kirche wich, als die letzte Portion verpackt war. Die Stadt Calw unterstützte uns tatkräftig. Viele drückten ihre Solidarität mit der Vesperkirchenbewegung aus, indem sie spendeten, Kuchen buken, mitarbeiteten oder ganz einfach den Organisatoren Mut machten.

Herzlichen Dank! Und bis zum nächsten Jahr!